Ein Projekt der Freunde und Förderer des Museums der Stadt Ratingen im Rahmen der Reihe: Sammeln als Diskurs
Ausstellung vom 22. 08. bis 05.10.2008
Museum der Stadt Ratingen, Peter-Brüning-Platz 1, Grabenstraße 21, 40878 Ratingen
Broschüre "POP UND DIE FOLGEN" (bitte anklicken)
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ZU DIESER AUSSTELLUNG - Marie-Luise Otten Der seit 1991 bestehende Verein der Freunde und Förderer des Museums der Stadt Ratingen hat seit 2005 ein Projekt zum Thema »Kunst-Sammeln«, gestartet, das Privatsammlungen vorstellt, die entstanden und gewachsen sind durch Sammler die ihre sammlerischen Schwerpunkte in der ständigen Auseinandersetzung zu Künstler und Werk gefunden und herausgebildet haben. So ist auch die ehemalige Sammlung des Düsseldorfer Rechtsanwaltes und Kunstmäzens Heinz Beck entstanden, die sich heute im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen befindet und die sich der meist gegenständlich orientierten, allgemein als Pop Art bezeichneten Kunst der 1960er und 1970er Jahre widmet. | |||
Neben den amerikanischen und englischen »Klassikern« der Pop Art wie Andy Warhol, Allen Jones, Roy Lichtenstein oder Richard Hamilton befinden sich in der Sammlung auch Arbeiten der französischen »Nouveaux Réalistes«, der »Berliner Kritischen Realisten« sowie der Concept-Art und der Fluxus-Bewegung. Allen Richtungen innerhalb der Pop Art gemeinsam ist die Konzentration auf die aktuellen Themen und Erscheinungsformen der jeweiligen Zeitsituation sowie die Ausnutzung der Collagetechniken, um mit greller Farbigkeit und ironischer Schärfe den Lebensinhalt des modernen Menschen im Bild festzuhalten, der von Konsumgütern als Fetischen, von banalen Idolen und von einem trivialen Unterhaltungsbedürfnis bestimmt ist. Die Pop Art impliziert mit ihrer Zustandsschilderung der industriell bestimmten Zivilisation sowohl Verherrlichung als auch Kritik der modernen Waren-Kultur, indem sie auch die Kunst in diese Mechanismen integriert. | |||
Der zentrale Gedanken aus Walter Benjamins berühmtem kunsttheoretischem Aufsatz »Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit« von 1935 wurde für den Sammler zum Grundtenor seiner Sammeltätigkeit. Er richtete sein Augenmerk hauptsächlich auf Druckgraphik und Kunstobjekte, die so genannten »Multiples«, die in größerer Anzahl hergestellt wurden. | |||
Die Sammlung Beck, die wohl als die größte deutsche Pop-Sammlung von Graphiken und Multiples in der Bundesrepublik gelten kann, besticht vor allem durch ihren systematischen Aufbau und durch die weitgehende Vollständigkeit innerhalb dieses Genres der Kunstrichtung. Unsere Auswahl aus der Sammlung Beck zeigt rund 95 Exponate von insgesamt 65 Künstlern, darunter ca. 20 Multiples, die - zusammen mit den 75 Graphiken - eine instruktive, gute Ubersicht über die Sammlung und das Phänomen Pop Art bietet. | |||
Den Intentionen des Sammlers und des Sammlungsgegenstandes entsprechend (Graphik, Multiples) und wegen der vorhandenen Fülle der Publikationen über die Pop-Art, haben wir uns entschlossen, lediglich ein Begleitheft, dafür aber in einer höheren Auflage herauszugeben, das nicht in Konkurrenz zu den in den letzten Jahren erschienenen opulenten Büchern (Verlag Taschen etc.) und Katalogen (Kunsthaus Zürich 2008) treten will und kann, aber neben den aus der Sammlung ausgewählten Arbeiten einen so nicht immer greifbaren Originaltext aus der Zeit der Entstehung der Sammlung einbeziehen möchte, um die Problematik Pop authentisch zu erschließen. So stellt der anspruchsvolle Text von Max Imdahl aus dem Jahre 1968 (»Probleme der Pop Art«, Katalog 4. Documenta, Kassel 1968, Bd. 1 S. XIVff.), gültig und klar formuliert, eine außerordentliche Bereicherung unserer Publikation dar die sich unter anderem auch an Schulen richtet. Für die Genehmigung des Abdrucks ist dem Sohn des Autors, Herrn Dr. Georg Imdahl, sehr zu danken. | |||
An dieser Stelle möchte ich allen sehr herzlich danken, die am Zustandekommen des Ausstellungsprojektes beteiligt waren und die hier aus Platzgründen leider nicht alle genannt werden können. Stellvertretend danke ich dem Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen und seinem Direktor Dr Reinhard Spieler für die großzügige Überlassung der Leihgaben für die Dauer der Ausstellung. Der Titel »Pop und die Folgen« geht auf ein Buch von Heinz Ohff aus dem Jahre 1968 zurück, das die Intention der Ausstellung beschreibt. | |||
Führungen: jeden Sonntag, 11:30 Uhr. Weitere Führungen und Angebote für Gruppen und Schulen auf Anfrage unter: 02102 - 550-4180 Installationsfotos | |||