Rede der Vorsitzenden der Freunde des Museums der Stadt Ratingen,
Frau Dr. Marie-Luise Otten
Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Michael Growe, meine sehr geehrten Damen und Herren,
wie Sie wissen sind Zweck und Ziel der Aktivitäten unseres kleinen, aber von Tatkraft erfüllten Vereines, die bildende Kunst in ihren zeitgenössischen Erscheinungsformen zu fördern. Damit tragen wir in einem erheblichen Maße zum geistigen Wohlergehen der Stadt Ratingen, seines Museums und damit seiner Bürgerinnen und Bürger bei.
In einer Zeit, in der - wie erfahrungsmäßig meistens - , die öffentlichen Kassen für kulturelle Dinge nicht leicht zu öffnen sind, zählt verantwortungsbewußtes persönliches Engagement doppelt. Kunst und Kultur werden bei uns weiterhin abhängig sein von der Arbeit und der Förderung der zuständigen öffentlichen Träger, denn es kann nicht darum gehen, diese Zuständigkeit da und dort oder etwa insgesamt zu vermindern, dennoch sind Privatinitiativen gefragt und sollten auch als solche bewertet, beachtet und geachtet werden. Wir - die Freunde und Förderer des Museums der Stadt Ratingen - freuen uns daher sehr, mit der heutigen Ausstellung von mehr als 80 Bildern und skulpturalen Objekten des Malers Michael Growe wieder einen Künstler vorstellen zu können, mit dem wir einen weiteren, über die Region hinaus wirkenden Maßstab setzen.
Der 1960 in Warburg geborene Künstler studierte an der Kunstakdemie Düsseldorf bei den Professoren Gotthard Graubner und Erwin Heerich. Seit 1996 arbeitet Growe auf der Raketenstation Hombroich und lebt in Köln und Basel. Für Growe vor allem wichtig ist die Farbe als raumdefinierende Kraft in ihre Eigenschaft, körperhaft intensiv zu wirken. Hierbei will er den Betrachter bewußt an der Erscheinungsvielfalt der Malerei beteiligen. Auf seinen Bildern, farbig gefaßten Skulpturen und gebrauchsfähigen Möbel-Objekten entwickelt der Künstler ein ihm eigenes Vokabular, das der Farbe zu einer prägnanten sinnlichen Sprache verhilft. Seine Malerei vollzieht dabei den folgenreichen Schritt von der Fläche in den Raum. Growes Bilder und Farbkörper machen Räumlichkeit auf originäre Art bewußt und in einer kreativen Weise nachvollziehbar. »Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar«, lautet eine kluge und hellsichtige Aussage des großen Paul Klee von 1920, der in seinem wechselhaften Leben Anfang der dreissiger Jahre auch kurz eine Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie inne hatte, von der er dann aber schon bald aus den uns hinlänglich bekannten Gründen vertrieben wurde. Dieser Satz hat nichts von seiner Gültigkeit verloren und ist gerade heute geeignet, sich dem Phänomen der zeitgenössischen Kunst und seiner Künstler in besonderer Weise zu nähern. Der in seiner Zeit verankerte Künstler reagiert und agiert, in dem er die äußere Haut der Erscheinungen durchdringt und versucht, das Innere der Welt erkennbar und begreiflich zu machen. Seine Sicht von Welt ist nicht so, wie andere sie sehen oder erinnern können, sondern so, wie er - der Künstler - sie sich immer wieder neu und anders schafft.
Der Verein der Freunde und Förderer möchte an dieser Stelle allen danken, die am Zustandekommen der Ausstellung beteiligt waren, insbesondere dem Künstler selbst, den zahlreichen Leihgebern und weiteren Spendern für ihre Mithilfe. Zur Ausstellung, die in bewährter Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Münsterland (man erinnere sich an unsere gemeinsame Auststellung: Werner Berges im Jahr 2000), der Pfalzgalerie Kaiserslautern und dem Stadtmuseum Beckum erarbeitet wurde und von Station zu Station - schon bedingt durch die stets veränderten räumlichen Gegebenheiten - unterschiedliche Schwerpunkte setzt, sind ein Plakat und eine schönes Katalogbuch erschienen, das zum erschwinglichen Preis von 16,- € zu erwerben ist.
Allen Kollegen - Dr. Uwe Schramm vom Kunstverein Münsterland, Dr. Britta Buhlmann von der Pfalzgalerie Kaiserslautern, Dr. Martin Gesing vom Stadtmuseum Beckum und ganz besonders herzlich Michael Growe selbst, danken wir für das gute, unkomplizierte und freundschaftliche Zusammenwirken, wobei last, but not least dem Maler Martin Streit Dank gebührt für die angenehme Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Hängung dieser Ausstellung.
Zum Schluß möchte ich noch auf unsere Jahresgabe 2002, eine von Michael Growe für uns exklusiv angefertigte Sonderedition eines Kastens, Schatz genannt, mit der Auflagenhöhe 9 hinweisen, die in einigen Exemplaren noch zu erwerben ist. In dem ich allen Mitarbeitern des Museumsteams hier herzlich für die gute Zusammenarbeit danke, gebe ich nun weiter an Dr. Uwe Schramm, den Geschäftsführer des Kunstvereins Münsterland, bei dem ich mich zusätzlich noch einmal dafür bedanke, daß er unserer Einladung gefolgt ist, uns nun eine Einführung in das Werk von Michael Growe zu geben.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.