Mittwoch, 14. Mai 10:00 Uhr, Museum der
Stadt Ratingen, Peter-Brüning-Platz 1
Sehr geehrter Herr Stadtdirektor, liebe Frau Dr. Mildner, meine sehr geehrten Damen und Herren,
im Namen des Vorstandes der Freunde und Förderer des Museums der Stadt Ratingen begrüße ich Sie an diesem schönen Maientag ganz herzlich.
Erfreulicher Anlaß unseres Zusammenseins sind zwei Prinzessinnen, genauer gesagt: ein Paar Nymphenburg Biskuit-Büsten der Prinzessinnen Amalie und Elise von Bayern als Babys, die Johann Peter Melchior im Jahre 1802-1803 schuf und die ich heute die Freude habe, dem Museum der Stadt Ratingen als Schenkung des Vereins der Freunde und Förderer des Museums übergeben zu dürfen. Die Zwillingsschwestern Prinzessin Amalie von Bayern und spätere Gemahlin Johanns von Sachsen und Prinzessin Elisabeth, spätere Gemahlin König Friedrich Wilhelms IV von Preußen, wurden 1801 als Töchter des Kurfürsten Max IV Joseph von Bayern, später Max I. Joseph, und seiner zweiten Gemahlin Caroline Friederike, Prinzessin von Baden, geboren.
Der Kaufpreis von 25.000,- DM, der aus der jüngsten Auktion des Hauses Baden stammenden beiden Werke, die wir aus dem Münchner Kunsthandel erworben haben, konnte aus Mitteln des Fördervereins, nicht zuletzt aber dank der großzügigen Spenden einiger in Ratingen ansässiger Unternehmen (es sind genau 18 Firmen) aufgebracht werden. Unser Schatzmeister, Herr Helmut Brenner, konnte Spenden in Höhe von 17.800,- DM zusammentragen. Hierfür danken wir Ihnen allen ganz herzlich.
Die beiden Porträtbüsten stellen eine bedeutende Erweiterung der bereits vorhandenen umfangreichen Sammlung mit Arbeiten von Johann Peter Melchior im Museum der Stadt Ratingen dar. Die innerhalb kurzer Zeit durchgeführte, erfolgreiche Spendenaktion ist ein positives Signal und Zeichen dafür, daß es auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten Unternehmen gibt, die sich für die Kunst und damit für das Allgemeinwohl engagieren wollen. Dies ist umso erfreulicher, da öffentliche Mittel für Veranstaltungen und speziell für Ankäufe gerade im Museumsbereich an allen Ecken fehlen oder nur unzureichend zur Verfügung stehen. Das Engagement für die Kultur aber ist das geistige Band, das uns alle zusammenhält und Vergangenheit und Zukunft zugleich bedeutet. Gleichzeitig setzt die Schenkung speziell an das Museum hier auch ein nachahmenswertes Zeichen für die Verbundenheit zum Standort Ratingen, den wir als Freunde und Förderer dieses Museums in jeder Hinsicht begrüßen und auch weiter pflegen möchten.
Unser Förderverein konnte mit dieser neuerlichen Erwerbung und seit seinem nunmehr sechsjährigen Bestehen dem Museum neben seinen weiteren Aktivitäten im laufenden Ausstellungsbetrieb Kunstwerke im Wert von knapp 90.000,- DM als Schenkung übergeben, darunter auch eine Arbeit von Peter Brüning, des zweiten bedeutenden Künstlers von internationalem Rang mit Beziehung zu Ratingen.
Lassen Sie mich schließen mit einem Zitat von Goethe, einem Zeitgenossen Johann Peter Melchiors, aus den Xenien (Zahme Xenien, 1827): Der Lebende bedenke, / Wenn auch der Tag ihm mault / Daß er den Freunden schenke, / Was nie und nimmer fault.
Ich danke allen Beteiligten noch einmal ganz herzlich und übergebe hiermit die beiden Melchior-Figuren dem Museum der Stadt Ratingen. Mögen die beiden Damen sich hier wie zu Hause fühlen und möglichst bald weitere Gesellschaft bekommen.
Marie-Luise Otten
Vorsitzende
Ratingen, 14. Mai 1997