Eröffnung: Sonntag, 14. Dezember 1997, 11:30 Uhr Es sprechen: Der Bürgermeister der Stadt Ratingen; Eine Ausstellung der Freunde und Förderer des Museums der Stadt Ratingen: | |
Liebe Mitglieder, nach der soeben zu Ende gegangenen, vielbeachteten Peter Brüning-Ausstellung setzt der Verein der Freunde und Förderer des Museums der Stadt Ratingen mit seiner ebenfalls in eigener Regie entstandenen Retrospektive Karl Bohrmann, Zeichnungen und Collagen 1947 - 1997, einen weiteren Maßstab. Die vom 14. Dezember 1997 bis zum 1. Februar 1998 im Museum der Stadt Ratingen am Peter Brüning Platz, Eingang Grabenstraße 21, gezeigte Ausstellung, ist nach Hermann-Josef Kuhna (1993), Anatol (1995) und Peter Brüning (1997), bereits die vierte in Eigeninitiave und unter Federführung des Vereins durchgeführte Veranstaltung im Museum der Stadt Ratingen. Für einen erst seit 1991 bestehenden Verein mit gerade 85 Mitgliedern sind dies mit Freuden unternommene Anstrengungen, die auch durch Ihren Beitrag möglich wurden. | |
Die Ausstellung des 1928 in Mannheim geborenen Künstlers ist im Vorfeld seines 70. Geburtstages im Oktober 1998 - als Retrospektive angelegt und zeigt erstmals Zeichnungen und Collagen aus fünf Jahrzehnten. Parallel hierzu veranstaltet das Museum Schloß Moyland in Bedburg-Hau bis zum 11. Januar 1998 eine ebenfalls retrospekt gedachte Schau mit Leinwandbildern von Karl Bohrmann. In dieser Konstellation geben beide Ausstellungen den Besuchern der Rhein-Ruhr-Region erstmals Gelegenheit, das gesamte künstlerische Schaffen des Künstlers in einem eographisch überschaubarem Raum innerhalb eines Tages anzusehen. Ausgehend von einem Studium bei Willi Baumeister an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, erhielt der Künstler zahlreiche, auch mit einem Aufenthalt verbundene, Stipendien und Preise in Süddeutschland und Italien, war Lehrer an der Städelschule in Frankfurt, ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München sowie der Freien Akademie Mannheim. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland und etliche, auch eigene Publikationen, gaben dem vielschichtigen Werk des Künstlers, der auch Musik komponierte, schon früh internationale Anerkennung. Der Künstler lebt und arbeitet in Amsterdam und zeitweilig in Köln. Karl Bohrman thematisiert in seinen Zeichnungen und Collagen das Zeichnen selbst. Er greift in seinen Arbeiten mit einfachen Dingen und Gegenständen, wie Fenster, Leiter, Lampe, Haus, Baum, Schiff oder Frau, von der Intention her diese unterschiedlichen Sujets und Themen primär nicht auf, um sie abzubilden, sondern um sie - zunächst völlig wertfrei - zu erproben in dem nicht enden wollenden Prozeß der Zeichnung als Arbeit, als Tätigkeit an sich, als Möglichkeit für Erfahrungen, die nur in dem Medium selbst gewonnen werden können. Aus dem Erfahrenshorizont des so von ihm geschaffenen, man sollte sagen »erzeichneten« eigenen Kosmos, erschließt sich wiederum ein Ganzes von Sichtbarem und Unsichtbarem, beiläufig Alltäglichem, Privatem und Allgemeingültigem, Vergänglichem und Zeitlosem. Die einfachen Dinge des Lebens: ein Baum, ein Tisch, ein Haus, ein Mensch, werden so im Ansatz sichtbar, haben jedoch die Qualität abstrakter Zeichen angenommen. Sie erwachsen aus Bildformen in der Zeichnung, die sich zeichnerisch aus einer Linie oder aus dem vorgefundenen »Material« des Papiers ergeben, von einer weiteren Linie konterkariert, ergänzt oder fortgeführt oder aber von einigen Kreidespuren und -verwischungen erst erzeugt werden. Die (eigentlich absurde und unwichtige) Trennung zwischen Figuration und Abstraktion erscheint aufgehoben. Flüchtige Augenblicke, immer wieder neu und anders gesehen und gezeichnet, werden nicht festgehalten, sondern während des Zeichnens im eigentlichen Sinne erst geschaffen. Bewußtes zeichnenendes Tun führt vor dem Hintergrund erinnerter und bewahrter Spuren des Sehens zu beginnender, neuerBegriffsbildung. Einfache Dinge, metaphorische Zeichen für »Leben«, vermitteln die vielschichtige »Sicht« von Welt, die Bohrmann in seinen Zeichnungen thematisiert. Wir freuen uns auf Ihren Besuch der Ausstellung. Mit freundlichen Grüßen
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